Teilnehmer Tour 2006:
Dr. Leitinger Sebastian, Dr. Aboufazeli Jasamin, Dr. Gradl Dagmar, Dr. Schwarzbach Ursula, Dr. Höck Evi, Leitner Thomas, Scherer Oliver, Möller-Jensen Kristian, Glader Johann, Wastian Sue, Obwaller Gerhard, Mössler Thomas, Chand Sat Prakash
An einem heißen Sommertag im August fuhr ich rund um den Zeller See um dem täglichen Stau durch Zell am See zu entgehen. Mein Plan funktionierte nicht wirklich denn nach kurzer Zeit stand ich auch hier in einer Autoschlage und musste im Schritttempo und bei voll aufgedrehter Klimaanlage warten.
Nach einigen Minuten erreichte ich das Ärgernis, einen liegengebliebenen Einser Golf mit geöffneter Motorhaube und einem schraubenden Fahrer. Als ich in den Rückspiegel sah und mir noch dachte „so eine arme Sau bei dieser Hitze eine Autopanne“ erkannte ich ihn erst – es war Hans, der Entwicklungshelfer aus Mauretanien! Ich blieb also stehen, stieg aus dem Auto und ging die paar Meter zurück, als ich ihn fragte ob ich Ihm helfen kann, legte er ungläubig den Kopf zur Seite, riss die Arme in die Höhe und schrie „Gott ist allmächtig“ und umarmte mich.
Hans, auf dem Weg in den Urlaub von Mauretanien nach Kärnten, mit schlechtem Gewissen weil er keinen von unserer 2003er Afrikatruppe angerufen hat als er durch Zell am See gefahren ist, hatte also einen Autopanne. Nach 7.500 Kilometern riss genau dort wo ich gerade fuhr, zur selben Zeit als ich gerade dort war, der Keilriemen – Hans meinte „Tom, ein Engel von Gott gesandt“.
Nach kurzem gemeinsamen „Hände im Motorraum Ölig machen“ fuhren wir zu mir nach Hause um meinen Werkzeugkoffer zu holen, wir nähten den kaputten Keilriemen mit Blumendraht zusammen, kauften noch eine Strumpfhose als Ersatzteil !?! und Hans fuhr weiter nach Kärnten.
Nach wenigen Tagen telefonierten wir miteinander und damit war der Plan für ein neuerliche Reise nach Mauretanien auch schon geboren.
Wir wollten 155 Schulen im Buschland, am südlichen Ende der Westsahara mit Erste-Hilfe-Koffern versorgen und die Lehrer zu Ersthelfern ausbilden. Alles das man in einer Österreichischen Hausapotheke findet sollte in den Schulen bereitstehen um die Verletzungen der Kinder zu versorgen. Wegen der Haltbarkeit haben wir uns für einen Aluminiumkoffer entschieden. Befüllt wird er mit Mullbinden, Pflaster, Wundauflagen, Wattestäbchen, Dreieckstücher, Elastische Binden, Desinfektion, Augentropfen, Heilsalben, Pinzette, Schere, Skalpell, Handschuhe und ein Erste-Hilfe-Ratgeber in französischer Sprache.
Bei uns, im wohlbehüteten Mitteleuropa normal, aber in der Sahara eine Seltenheit.
Meine Frau Edwina, eine Diplomkrankenschwester, verbreitete unseren Plan im Krankenhaus Zell am See wo er mit viel Begeisterung aufgenommen wurde. 5 Ärzte der verschiedensten Fachrichtungen stellten das Medizinische Team das die Ausbildung der Ersthelfer in Mauretanien übernimmt.
Weitere 8 abenteuerlustige Mitfahrer, darunter Mechaniker und Fahrer, waren auch schnell gefunden und unser Team aus 13 Personen war komplett.
Start der 2006er Tour: 08. April 2006 in Zell am See
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