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Letztes Update: 17.05.08 | 11:46

Teilnehmer Tour 2003:

Dr. Lahoda Dietrich, Christine Lahoda, Dipl. Ing. Dr. Kienberger Gunther, Reitmayer Michael, Dietz Eike Ulf, Pichler Martin, Unterberger Toni, Steger Gerd, Spora Katharina, Scherer Oliver, Obwaller Gerhard, Leitner Thomas

Über die Erlebnisse meiner ersten Reise nach Afrika, im Dezember 2000, habe ich im Pinzgau einige Diavorträge gehalten. Das die Reise durch die Sahara ein großes Abenteuer ist hat sich recht schnell herumgesprochen und so haben mich einige Ärzte aus dem Krankenhaus Zell am See angesprochen und gefragt, ob ich nicht noch einmal eine Reise nach Mauretanien organisieren könnte. Eine medizinische Reise sollte es werden. Da ich von den Menschen in der Sahara tief beeindruckt war, musste ich natürlich nicht lange überredet werden.

Ich habe also Obenaus Hans, der seit 30 Jahren als Entwicklungshelfer in Afrika arbeitet und lebt, in Mauretanien angerufen und mit ihm besprochen, welches Projekt für uns passen, und von uns in Angriff genommen werden könnte. Er hat mir von in paar Mauretanische Frauen in den Slums von Nouakchott berichtet, sie haben eine NGO (Non Gouverment Organisation) gegründet um den Ärmsten der Armen, den Kindern, zu helfen. Diese Damen betreiben ein Waisenheim, eine Station für unterernährte und eine Schule. Was noch fehlt ist eine Sanitätsstation um die Kinder medizinisch versorgen und pflegen zu können.

Perfekt für uns!

Also haben wir mit dem sammeln von Spenden und der Organisation der Reise begonnen. Mit der Spendenfreude der Pinzgauer haben wir aber nicht gerechnet, denn innerhalb weniger Wochen sind so viele Hilfsgüter gesammelt worden, dass wir selbst nicht mehr in der Lage waren, das alles in unseren eigenen Fahrzeugen nach Afrika zu transportieren. Nach einigen Anrufen bei befreundeten Entwicklungshelfern und durch die Hilfe von unserem Freund Hans in Mauretanien konnte aber auch dieses Problem gelöst werden und wir verschickten einen von der ADRA und der CARITAS finanzierten Container nach Mauretanien. 2,1 Tonnen Infusionen, die gesamte Praxis eines allgemein Mediziners, OP Besteck, EKG und Brutkästen aus dem Krankenhaus Zell am See und viele Spenden privater Unterstützer machten sich auf den Weg nach Afrika.

Nachdem wir die Hilfsgüter verschickt hatten, machten auch wir uns auf den 8.000 km langen Weg durch die Sahara. Wir, das waren 13 Pinzgauer in 5 Fahrzeugen. Unser Weg führte uns durch Italien, Frankreich und Spanien auf den Afrikanischen Kontinent nach Marokko. Der Weg ist das Ziel und somit stand auch die Reiseroute fest, von Ceuta durch das Hinterland nach Marrakech, dann über den Tizn i Test Pass über den Hohen Atlas an die Westafrikanische Küste und weiter in Richtung Süden. Wir durchquerten die Westsahara und dann endlich … Trans Sahara nach Nouakchott, unserem Reiseziel am südlichen Ende der Sahara. Dort wurden wir von Hans und Sylvie Obenaus herzlich aufgenommen.

Wir tauchten ab in das Leben in Nouakchott, in dieser Stadt begegnen sich das arabische Afrika und Schwarz Afrika. Viele neue Eindrücke, die verschleierten Frauen aus Nordafrika treffen auf die bunt gekleideten Damen der südlichen Sahara. In Marokko haben uns die Frauen nicht angesehen oder sind sofort in ihren Häusern verschwunden wenn wir gekommen sind, hier sehen uns plötzlich alle in die Augen und gehen mit erfrischender Neugier auf uns zu. Wir besuchen die Märkte, den Fischereihafen und sehen uns die Stadt an.

Nach der langen und sehr anstrengenden Reise entschließen wir uns zu ein paar Tagen Erholung. Wir liehen uns von Hans ein Schlauchboot und fuhren an den Strand, der die Hauptverbindung in Richtung Norden ist. Bei Ebbe wird gefahren, wenn die Flut kommt, heißt es ein paar Stunden warten. Zwischen den Dünen, 120 km nördlich von Nouakchott verbrachten wir zwei schöne Tage, pro Tag haben wir bis zu 50 Fische gefangen und zum trocknen in die Sonne gehängt. Nach zwei erholsamen Tagen am Atlantik haben wir uns schließlich auf den Weg nach Chinguetti, der siebt heiligsten Stadt im Islam, gemacht. Eine gute Tagesreise von Nouakchott entfernt in Richtung Nord-Ost. Wir waren auf eine gepflegte Stadt mit Musen und Moscheen vorbereitet, die Stadt ist ja ein „Pilgerzentrum“, gesehen haben wir aber schließlich ein verfallenes
Dorf in dem bis auf die Bibliothek nichts besonderes zu sehen war.

Also wieder raus aus dem Dorf und im Reiseführer nachgelesen, die Oase Terjit, auf dem Weg nach Atar haben wir als unser Nachtlager ausgesucht. Ein wunderschöner
Ort, wenn ich einen schlechten Tag habe denke ich immer noch daran zurück. Ein kühler Platz voll Palmen und Wasser inmitten der Wüste, alles ist grün und gepflegt, die Einheimischen haben Zelte zwischen den Bäumen aufgespannt. Leider haben wir nur einen Tag Zeit denn unsere Arbeit in den Slums von Nouakchott wartet.

Zurück in der Stadt haben wir begonnen die Krankenhäuser zu besuchen, die Brutkästen und das OP-Besteck musste einfach in ein Krankenhaus. Um zu vermeiden, dass die Hilfsgüter in irgendwelchen Taschen verschwinden, haben wir ein Krankenhaus ausgesucht in dem auch andere Hilfsorganisationen arbeiten, dadurch soll ein verschwinden oder verkaufen der Sachen verhindert werden, hat wohl funktioniert, denn die Brutkästen sind immer noch dort. Herr Dr. Lahoda machte mit den Ärzten einen Erfahrungsaustausch, es wurden Behandlungsmethoden und auch der Einsatz von verschiedenen Medikamenten besprochen. Der „medizinischen Delegation“ aus Österreich wurden alle Türen geöffnet, wir sahen alles was wir wollten, die Intensivstation, die Kinderstation, den Kreissaal, die Sterilisation und auch den OP. Es fehlt einfach an allen Ecken und Enden, normal für die Dritte Welt.

Die großen „Teile“ waren also verteilt, nun ging es in Richtung Süd-Ost in den Busch, wir brachten zu bestehenden Sanitätsstationen in kleinen Dörfern Verbände, Salben, Pflaster und Medikamente. Wenn man nicht als Tourist, mit umgehängten Fotoapparat, in die Dörfer kommt um nur das Elend zu besichtigen, kommen die Einheimischen ganz offen und interessiert auf einen zu. Eine schöne Erfahrung.

Zurück in der Stadt haben wir dann die Damen der NGO in den Slums besucht, beeindruckende Bilder haben sich in unsere Köpfe gebrannt. Kleine Kinder die den kleinsten helfen, alle arbeiten zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Dutzende die in dem kleinen Haus auf engstem Raum zusammenleben. Aber sie können positiv in die Zukunft blicken, denn im Gegensatz zum Großteil der Bevölkerung, werden diese Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen, denn die Damen der NGO betreiben ja auch noch eine Schule. Dann fahren wir zu der Station in der die unterernährten Kinder aufgefüttert werden. Nicht einfach den Müttern verständlich zu machen wie sie ihre Kinder wann und mit was füttern müssen, sie können weder lesen noch schreiben und sprechen auch kein französisch.

Das ist genau der richtige Platz für die Spendengelder aus dem Pinzgau und wir entschließen uns zum Bau der Sanitätsstation bei diesen Kindern!

So mancher wollte nach dem ersten Besuch in den Krankenhäusern und den Slums nicht mehr mitkommen da das keine Erinnerungen sind die er den Rest des Lebens mit sich herumtragen will. Aber trotzdem waren wir uns alle einig, dass es sicher nicht die letzte Reise zu diesem benachteiligten Menschen und Kindern war und wir wiederkommen werden.




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Letztes Update: 17.05.08 | 11:43

Thomas Leitner
Expedtionsleiter

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